Digital First

25.01.2019> Digitalisierung> Transformation> Wissenslogistik> Service Excellence> Consulting

Digital first, Didaktik second?

Endlich ist es möglich: Workshops können dank der Digitalisierung und entsprechender Software orts- sowie zeitzonenunabhängig durchgeführt werden. Das spart Kosten für Ihr Unternehmen und bietet überdies noch weitere Annehmlichkeiten gegenüber dem klassischen nicht-digitalen Workshop. Der Samhammer AG geht das nicht weit genug – sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz!

Digitale Vorzüge

Digitale VorzügeUnvollständige Moderationskoffer, leer geschriebene Stifte, nicht klebende Klebezettel, aufwendige Nachbereitung in Form von Fotoprotokollen und oftmals weite Anfahrtswege zum Veranstaltungsort sind oft genannte Vorurteile gegenüber klassischen nicht-digitalen Workshops. Demgegenüber scheint die digitale Lösung die Wende zu bringen: Stifte und Magnete werden nicht benötigt, Klebezettel können im virtuellen Raum beliebig verschoben sowie gelöscht werden, jederzeit ist alles abrufbar und jeder kann vom Homeoffice aus teilnehmen. Entsprechende Software-Applikationen deuten auf das Ende des klassischen Workshops hin. Doch können digitale Workshops den nicht-digitalen Workshop wirklich gleichwertig ersetzen?

Worauf es ankommt: Neugestaltung und Änderung

Unbestritten entsteht ein echter Mehrwert durch digitale Workshops, indem die Teilnehmer von verschiedenen Orten aus mitarbeiten können, ohne physisch anwesend sein zu müssen. Eine Neugestaltung der bisherigen Arbeitsweise ist damit möglich.
Gute digitale Workshop-Applikationen ermöglichen außerdem, dass die Teilnehmer im Nachgang des Workshops in der Applikation orts- sowie zeitunabhängig mit den Workshop-Inhalten weiterarbeiten und über eine integrierte Austauschplattform kommunizieren können. Auch dies stellt keine Hürde mehr dar und war vorher nur unter der Verwendung unterschiedlicher Applikationen möglich.

Nice to have, aber keine Innovation

Aber ebenso ist einleuchtend, dass einige Funktionen des klassischen Workshops nur ersetzt werden. Anstatt beispielsweise mit dem Stift auf Klebezettel zu schreiben, werden die Eingaben nun digital per Eingabestift erfasst.
Wiederum andere Funktionen werden erweitert. So sind zum Beispiel Workshop-Inhalte in der Softwareapplikation jederzeit abrufbar, ohne dass die Haftnotizen vorher aufwendig digitalisiert werden mussten.

Digitale Workshops: Die Kuh vom Eis schieben

Das eigentliche Ziel von Workshops, nämlich im Team eine bestmögliche Lösung für eine Problemstellung zu erarbeiten, wird mit digitalen Workshops aber nur bedingt erreicht. Zu den wichtigsten Faktoren für ein produktives Workshop-Ergebnis gehören kooperative Arbeitsformen sowie eine gelingenden Interaktion zwischen Teilnehmern und dem Moderator. Der Mensch steht im Mittelpunkt des Geschehens. Vor diesem Hintergrund muss das Didaktische in den Vordergrund treten.

Das Medium ist lediglich Mittel zum Zweck und darf kein Selbstzweck sein, denn dann hat es sein Ziel verfehlt. Workshops müssen gestaltet werden. Es reicht nicht aus, nur das Medium auszuwählen und dann zu erwarten, dass die Teilnehmer die Lösungen eigenständig erarbeiten. Weitere Aspekte wie Inhalte, Methodik, Ziel und anthropogene sowie soziokulturelle Voraussetzungen müssen berücksichtigt werden. Diese stehen nicht für sich alleine, sondern in wechselseitiger Abhängigkeit.

Ganzheitlicher Ansatz

Alleine die Technik wird den gewünschten Erfolg nicht herbeiführen. Weder Beamer noch Whiteboards haben das Format Workshop revolutioniert. Ebenso wenig wird dies eine Software-Applikation tun. Im Gegenteil: Bezogen auf Workshops macht sie abhängig und schränkt den Handlungsspielraum ein.

Didaktik first, digital second!

Wir bei der Samhammer AG setzen beim Design von Workshops nach wie vor auf unsere didaktisch durchdachten sowie praxiserprobten Formen der Zusammenarbeit. Für unsere Kunden wollen wir nicht einfach nur eine Lösung, sondern die Beste. Dazu reicht es nicht aus, einzelne Bausteine isoliert zu betrachten. Sie stehen in Wechselwirkung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig.
Im Zentrum unseres Denkens und Handelns steht immer der Kunde. Die Frage ist nicht, was hat die Software aus dem Workshop gemacht, sondern was haben wir aus dem Workshop gemacht. Ziel ist es, Interaktionen zwischen Menschen zu ermöglichen und bestmögliche Ergebnisse zu erarbeiten, weshalb die Fragestellung digitale oder nicht-digitale Workshops in die falsche Richtung zielt. Das Medium ist lediglich Mittel zum Zweck und wird dann eingesetzt, wenn es die beste Option ist – Didaktik first, digital second!

Autor: Martin Zwerenz
Informations- und Wissensmanager Samhammer AG

Zur Kesselschmiede 3
92637 Weiden
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