Case Study Endress + Hauser

Es ist die Art und Weise, wie Endress+Hauser InfoServe Menschen, Wissen und Prozesse im IT-Service zusammenführt

Gravierende IT-Probleme erfor­dern kom­pe­tente und schnelle Hilfe. Das gilt in beson­de­rem Maße für den Helpdesk eines IT-Dienstleisters. Ständige Erreichbarkeit und fle­xi­ble Problemlösungen, im Sinne des Kunden, ste­hen hier an ers­ter Stelle.

Als der inter­na­tio­nal füh­rende Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für die indus­tri­elle Verfahrenstechnik, lie­fert die Endress+Hauser Gruppe eine breite Palette an Sensoren, Geräten, Systemen und Dienstleistungen für Füllstand-, Durchfluss-, Druck– und Temperaturmessung sowie Flüssigkeitsanalyse und Messwertregistrierung, bin­det Feldgeräte an Prozessleitsysteme an und unter­stützt Kunden mit auto­ma­ti­sie­rungs­tech­ni­schen und logis­ti­schen Lösungen. Den Service im Bereich IT für die 89 Gesellschaften des Familienunternehmens in 42 Ländern stellt die Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co.KG in Weil am Rhein sicher. Weitere Niederlassungen des IT-Dienstleisters fin­den sich unter ande­rem in Greenwood/ USA, in Shanghai und in Tokio.

Service als Business verstehen

In die­ser Konstellation ist Service die wich­tigste Dienstleistung, die das IT-Unternehmen erbrin­gen kann. Hinzu kommt, dass die gesamte Firma auf einem sehr hohen tech­no­lo­gi­schen Niveau agiert und des­halb auch sehr viele Servicevorgänge zusam­men mit Endress+Hauser InfoServe abwi­ckelt. Insofern steht kun­den­ori­en­tier­ter Service im Mittelpunkt der IT-Strategie. Dabei geht es vor allem um Schnelligkeit, denn der Anwender stellt in der Regel genau dann ein Problem fest, wenn er etwas erle­di­gen muss oder möchte. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob eine Funktion im SAP– System oder der PC Arbeitsplatz selbst nicht kor­rekt arbei­tet. Und es geht dem Anwender um die gute Erreichbarkeit. Dies spielt ins­be­son­dere für einen inter­na­tio­nal agie­ren­den Konzern wie die Endress+Hauser Gruppe eine her­aus­ra­gende Rolle. Mitarbeiter, die für die Firma welt­weit unter­wegs sind, sind oft drin­gend auf schnel­len Support ange­wie­sen. Deshalb ist ein 24/7– Service notwendig.

Kurze Lösungszeiten im IT-Helpdesk

Diesen Herausforderungen begeg­net Endress+Hauser InfoServe mit einem glo­ba­len Helpdesk. Das Ziel, dass sich der Dienstleister dazu gesetzt hat, ist ambi­tio­niert, aber mit­hilfe der Service CRM Software 1stAnswer und den Helpdesk Services der Samhammer AG effi­zi­ent rea­li­siert worden.

1stAnswer ersetzte das bis­lang beste­hende SAP Helpdesk-System. Neben einem ver­ein­fach­ten Handling sowie bes­se­ren Such– und Auswertungsfunktionalitäten bie­tet es inte­grierte Abläufe für die struk­tu­rierte Über­gabe zwi­schen den ver­schie­de­nen Service-Levels und somit der Steuerung der IT-Serviceprozesse. Entscheidend ist, dass 1stAnswer in dem Augenblick, in dem der Kunde beim IT-Helpdesk anruft, dem Servicemitarbeiter Zugriff auf sämt­li­che rele­van­ten Informationen gewährt. Allein da durch ver­kür­zen sich bereits die Lösungszeiten am Point-of-Service beträchtlich.

 

Prinzip mehrstufiger IT-Service

Die Mitarbeiter des InfoServe Global Helpdesk lösen die soge­nann­ten TopCases. Das sind die Anfragen, die im Service-Alltag des IT-Dienstleisters immer wie­der auf­tau­chen. Komplexere Probleme wer­den umge­hend an den Level 2 wei­ter­ge­reicht. Dahinter steht der Support von Endress+Hauser InfoServe, der über mehr Wissen und wei­ter­ge­hende tech­ni­sche Möglichkeiten ver­fügt. Wenn ein Fehler im System auf­tritt, der eine Programmierung erfor­dert, geht es an Level 3 in die jewei­li­gen Fachabteilungen und zu den Spezialisten, die PCs, mobile Endgeräte, Server und Applikationen wie SAP.

Ein weltweites Serviceversprechen

Der Helpdesk steht allen Kunden 24 Stunden an sie­ben Tagen der Woche zur Verfügung. Die soge­nann­ten „Prio 1“-Fälle, bei denen eine Anwendung kom­plett aus­fällt, wer­den inner­halb von 15 min. bear­bei­tet. Fällt eine Anwendung nur teil­weise aus, wird inner­halb von 42h gelöst. Tatsächlich sehen die Quoten jedoch bes­ser aus: 73% aller Fälle wer­den inner­halb von 24 Stunden gelöst. Und die Erstlösungsquote der TopCases beträgt 97%.

Interview: Service mit Struktur

Ralf Straub 

Dipl.-Ing. Technische Informatik, Bereichsleiter Produktion Netzwerke, ver­ant­wort­lich für Lokale & Globale Netzwerke, IT Security, Clients, Server, Communication und Level 1+2 Support. Mitglied der Geschäftsleitung.

Damit der Service den Kundenanforderungen auf einem sehr hohen Niveau begeg­nen kann, sind bestimmte Grundvoraussetzungen zu erfül­len. Ralf Straub, Mitglied der Geschäftsleitung bei Endress+Hauser InfoServe, erzählt, wie dies bei dem IT-Dienstleister umge­setzt wurde.

Welche Anforderungen stellen Kunden heutzutage an den Service?

Der Wunschtraum jeden Anwenders ist es natür­lich, dass in dem Augenblick, in dem ein Problem auf­taucht, über einen mira­ku­lö­sen Knopf direkt der ent­spre­chende Spezialist geru­fen wird, der die Aufgabe im Handumdrehen direkt vor Ort löst. Aber ganz ernst­haft, die Aufgabenstellung, die an uns her­an­ge­tra­gen wird, beginnt bei der 24/7-Erreichbarkeit, ver­bun­den mit sehr schnel­len Antwortzeiten, und endet bei der mög­lichst raschen Verbindung zum kom­pe­ten­ten Spezialisten.

Welcher Aspekt ist gerade für den IT-Bereich besonders relevant?

Qualität. In dem Moment, in dem ein IT-Problem auf­tritt, hat ein Kunde meist ganz andere Sorgen, als zwan­zig ver­schie­dene Ideen aus­pro­bie­ren zu müs­sen, um eine Soft– oder Hardware wie­der ans Laufen zu bekom­men. Deshalb ist es sehr wich­tig, mög­lichst rasch eine pas­sende Lösung zu fin­den, ohne dass der Anwender zu sehr in die­sen Prozess ein­be­zo­gen wer­den muss. Im Idealfall ruft er beim Service an, küm­mert sich eine Zeitlang um etwas ande­res und bekommt dann die Rückmeldung, dass sein Problem nun gelöst ist.

Was lässt sich in einem realistischen Rahmen tatsächlich erreichen?

Der Anforderung, an 24 Stunden an 7 Tagen der Woche erreich­bar zu sein, wer­den wir mit dem InfoServe Global Helpdesk gerecht. Dort kön­nen wir soge­nannte TopCases bear­bei­ten, Standardprobleme, die für den Anwender den­noch gra­vie­rende Folgen haben kön­nen. Wir nut­zen inner­halb der Firmengruppe auch ein Verschlüsselungssystem. Wenn der not­wen­dige Schlüssel nicht vor­han­den ist, kön­nen die Mitarbeiter den Rechner gar nicht erst star­ten. Dazu kann der Helpdesk ein Einmalpasswort zur Verfügung stel­len. Für sol­che Fälle ist der 24/7– Support sehr entscheidend.

Warum haben Sie sich für den Support ausgerechnet zu einer Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister entschieden?

Sollten in die­sem Fall nicht bes­ser Spezialisten den Kunden bera­ten? Wir haben ver­sucht, den Helpdesk fir­men­in­tern umzu­set­zen. Uns lagen sogar schon die ent­spre­chen­den Kalkulationen und Schichtpläne vor. Aber nicht nur bei unse­rem Unternehmen hat sich im Verlauf gezeigt, dass eine 24/7-Erreichbarkeit nicht effi­zi­ent funk­tio­nie­ren kann. Diese Erfahrung muss­ten schon viele machen. Die Abstimmung zwi­schen den ver­schie­de­nen Teams ist auf­wen­dig. Es ist viel kos­ten­ef­fi­zi­en­ter, den Global Helpdesk von einem exter­nen Dienstleister betreuen zu las­sen. Und es bie­tet zudem einen Flexibilitätsvorteil, da sich die Spezialisten in den Fachabteilungen um das Notwendige küm­mern kön­nen, ohne die Last der Standardprobleme oder Anrufe. Andererseits pro­fi­tie­ren unsere Kunden davon, dass zu jedem Zeitpunkt ihre Anfrage sofort bear­bei­tet wird.

Wie wurde diese Trennung von Support und Helpdesk ermöglicht?

Vor Projektbeginn hat der Teamleiter des InfoServe Global Helpdesk zwei Monate lang in unse­rem Servicecenter mit­ge­ar­bei­tet. So konnte er sämt­li­che Vorgänge gründ­lich ken­nen­ler­nen. Zudem konn­ten wir so die Dokumentation direkt vor Ortabstimmen, die TopCases und die für das IGH not­wen­di­gen Informationen iden­ti­fi­zie­ren. Anschließend waren zwei Mitarbeiter unse­res Unternehmens beim Start in Weiden dabei, um die Kollegen dort in den ers­ten vier Wochen zu unter­stüt­zen. Alles in allem hat diese sehr inten­sive Zusammenarbeit auch gute Früchte getragen.

Und wie funktioniert die Zusammenarbeit im Alltag?

Mittlerweile ver­läuft die Kommunikation größ­ten­teils per Telefonkonferenz und per E-Mail und ist auch deut­lich struk­tu­rier­ter gewor­den. Es ist wich­tig, dass die Über­gabe von neuen Themen auf einer kla­ren Dokumentation beruht. Wir haben aller­dings auch viel Glück mit der Samhammer AG. Diese ver­fügt über eine so klare Struktur, dass unsere, lei­der manch­mal auch etwas unstruk­tu­rier­ten, Anfragen oder Über­ga­ben dort von Anfang bis Ende glatt in den Prozess hin­ein­flie­ßen. Die Zusammenarbeit ist auf der einen Seite so fle­xi­bel gehal­ten, dass wir auch auf Dinge ein­ge­hen kön­nen, die wir zuvor noch nicht grei­fen konn­ten, auf der ande­ren Seite aber struk­tu­riert genug, dass nichts im Chaos untergeht.

Ist es für die Kunden nicht wünschenswerter, sich direkt mit den Spezialisten in Verbindung setzen zu können?

Wir haben in vier Endress+Hauser Firmen mit 450 Mitarbeitern eine Umfrage durch­ge­führt. Zum Service wurde dort sehr viel Positives berich­tet. Dieses Feedback bestä­tigte uns darin, dass wir unser Ziel auch erreicht haben. Beispielsweise wird posi­tiv erwähnt, dass Samstagnachts immer jemand zur Stelle ist, der dabei hilft, den Rechner neu zu star­ten, wenn im Hotelzimmer gerade der eTo­ken zer­bro­chen ist. Außerdem haben wir einen spe­zi­el­len „Urgent“-Prozess ein­ge­führt, der eben­falls sehr gut ankommt. Stellen Sie sich vor, in einer Dreiviertelstunde star­tet Ihr Flieger und Sie müs­sen zuvor noch drin­gend einige Sachen erle­di­gen. Sie star­ten Ihren Laptop und die­ser funk­tio­niert nicht mehr. Dann ist es wich­tig, dass Sie sofort jemand zurück­ruft. Wenn ein Mitarbeiter des International Global Helpdesk diese Dringlichkeit erkennt, wird auf einem sepa­ra­ten Kanal ein Servicemitarbeiter des Second Level infor­miert, der Ihre Anfrage prio­ri­siert behan­delt. Solche Urgent-Probleme haben aus Unternehmenssicht viel­leicht nicht die höchste Priorität, für den ein­zel­nen Mitarbeiter ist es aber wirk­lich wich­tig, dass ihm schnell gehol­fen wird. Deshalb war die­ser Prozess für die Zufriedenheit der Anwender sehr entscheidend.

Projektinformation

Branche:

Industrielle Meßtechnik, Prozesstechnik

Das Projekt in Zahlen:

  • E+H InfoServe ist der IT-Service der E+H Gruppe für 8.594 Mitarbeiter in 42 Ländern
  • 24/7 Global Helpdesk Service
  • TopCase Prinzip für effi­zi­ente Abläufe mit 73% Lösungsquote in 24h
  • 1stAnswer Service CRM für die Steuerung der IT Service Prozesse
  • 1stAnswer kate­go­ri­siert und prio­ri­siert die Incidents, über­wacht alle Prozesse und sorgt für opti­ma­len Ressourceneinsatz

 

Über Endress+Hauser

Endress+Hauser InfoServe ist das IT Kompetenzzentrum der Endress+Hauser Gruppe, einem welt­weit täti­gen Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Automatisierungslösungen für die indus­tri­elle Verfahrenstechnik. Der IT Dienstleister unter­stützt mit sei­nem umfas­sen­den IT Knowhow die Geschäftsprozesse der gesam­ten Firmengruppe.

Case Study Download

Hier kön­nen Sie die Endress + Hauser Case Study herunterladen.

pdf Case Study — Endress+Hauser (1.66 MB, pdf)

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